Mögliche Ursachen von Blähungsbeschwerden:
Flüssigkeitsmangel
Wichtig ist eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme von mindestens 1,5l pro Tag; am besten in Form von stillem Wasser.
Zu beachten ist, dass nicht größere Flüssigkeitsmengen während den Mahlzeiten getrunken werden, da die Flüssigkeit die Verdauungssäfte verdünnt und damit die Verdauung nicht wirkungsvoll erfolgen kann.
Richtlinie:
Eine halbe Stunde vor und eine halbe Stunde nach dem Essen möglichst keine zusätzlichen Getränke. Bei Durst ist es sinnvoller auf wasserreiche Beilagen auszuweichen.
Blähende Speisen
Meiden Sie blähende Speisen (z.B. Hülsenfrüchte, Krautarten, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch, Hefegebäck, frisches Weißbrot, Paprika, Säfte, ...
Kolon irritabile (Reizdarm), Darmverspannung
Ein geblähter Bauch oder vermehrter Windabgang muss nicht immer bedeuten, dass eine größere Menge an Gasen im Darm vorhanden ist. Oft ist die an sich noch normale Menge an Darmgasen nur ungleichmäßig verteilt.
(Dies kann durch Verspannungen des Dickdarms geschehen, wodurch die Darmgase abschnittsweise regelrecht eingekesselt werden. In diesen Abschnitten ist der Dickdarm dann gebläht und die Darmwand wird gedehnt. Eine starke Dehnung kann sich teils in heftigen Bauchschmerzen äußern.
Besonders kräftig ist die Muskulatur des Dickdarms im linken Dickdarm (linker Bauchbereich) und hier insbesondere im linken Unterbauch (dort ist der Stuhl bereits geformt, und es bedarf großer Kräfte, um den Stuhl zu entleeren). Verspannt sich der kräftigere linke Dickdarm führt dies zum Rückstau von Gasen und Stuhl in rechte und obere Dickdarmabschnitte (rechter Bauchbereich und Oberbauch) mit o.g. Beschwerden.)
Zu Verspannungen des Dickdarms führt häufig Stress oder seelische Anspannung ("Stressdarm").
Schon die alten griechischen Philosophen sagten:
"Die Seele des Menschen wohnt im Darm“.
Funktionelle Magen-Darm-Störung
Die Füllung des Magens führt reflexartig zur Darmtätigkeit (Magen-Darm-Reflex). Viele Menschen haben nach dem Frühstück Stuhlgang. Oft aber tritt diese Dickdarmtätigkeit nicht in Form einer fortlaufenden Welle, sondern in Form von gleichzeitigen Verspannungen an mehreren Stellen im Dickdarm auf.
Auch kann der Darmverlauf (Knickbildungen) individuell sehr unterschiedlich sein. Der Dickdarm weist im unteren Anteil (linker Unterbauch) viele Kurven auf, während der obere Anteil des Dickdarms (Oberbauch und rechter Bauchbereich) relativ gerade verläuft. So kann es ebenfalls zu einem Rückstau kommen.
T H E R A P I E
Wärme
Harmonie:
körperliche Bewegung (nach 1 Stunde sitzender Tätigkeit aufstehen)
geistige Ruhepausen (5-10min 2-3mal tgl. - besser als eine lange Pause)
Essen mit Muße:
sorgfältiges Kauen (Vorverdauung), keine aufregenden Unterhaltungen während des Essens, keine großen Mahlzeiten bei Müdigkeit und Stress, kein Abendessen zu später Stunde
Hydro-Colon-Therapie zur Säuberung des Darms
Die Hydro-Colon-Therapie entfernt effektiv angesammelten stagnierten Altstuhl, der sich z.B. bei verwinkelten Darmverläufen, einem Ungleichgewicht der Darmflora und/oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten verstärkt bildet (s.a. gesondertes Info-Blatt in unserer Praxis)
Pflanzliche Mittel zur Verdauungsförderung und Darmentspannung:
z.B. Pascopancreaticum Tbl./Trpf, Pancreaticum Hevert Trpf., Mentacur Trpf, Panchelidon Trpf. ...
Bei Neigung zu Verstopfung und unregelmäßigem Stuhlgang:
Wasserlösliche Quellmittel
Als "wasserlösliche Quellmittel " mit hohem Wasserbindevermögen gelten Hafer und der indische Flohsamen (der Letztere wegen seines sehr hohen Eiweißgehaltes). Eiweiß kann im Dünndarm Wasser binden. Das Wasser macht im Dickdarm den (härteren) Stuhl weicher und geschmeidiger.
Flohsamen sollte feinstgemahlen und frei von Geschmacksverbesserern und Süßstoffen sein. Flohsamen ist nicht verordnungsfähig. Dosierung: 2x1 Teelöffel/Tag nach dem Essen in 1 Glas Wasser anrühren, rasch trinken, bevor das Pulver geliert und zusätzlich 1 Glas beliebige Flüssigkeit nachtrinken. Die jeweiligen Behandlungen sollten idealerweise in Form einer "Kur" über 3 Wochen erfolgen.
(Hinweis: Als „wasserunlösliche Quellmittel“ gelten Weizenkleie und Leinsamen (s.u.). Sie weisen nur einen geringen Eiweißgehalt auf und binden nur wenig Wasser. Daneben verursachen beide mehr Blähungen, d.h. mehr Beschwerden, statt weniger!)
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Nahrungsmittelunverträglichkeiten im weiteren Sinne:
- Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel
Nahrungsmittelunverträglichkeit im engeren Sinne:
-Fermentmangel bedingt fehlende/verringerte Abbaubarkeit von Milchzucker u. Fruchtzucker.
-Lebensmittelallergien:
sehr schwierig zu handhaben, da keine zuverlässigen Tests
T H E R A P I E
Weglassen verdächtiger Nahrungsmittel für mindestens 3 Monate nach individueller Austestung mittels Rotationsdiät: Dabei ist das Auftreten von Beschwerden nach einem Verzicht über mindestens vier Tage bei anschließendem großzügigen Verzehr des verdächtigen Nahrungsmittels entscheidend (nachzulesen z.B. in „Die Rotationsdiät“ von Dr. A. Calatin, Heyne-Verlag, ISBN 3-453-00215-6, ca. 8,- Euro).
Beispiele für häufige Nahrungsmittelunverträglichkeiten die zu Blähungsbeschwerden führen können:
Weizenprodukte
Weizen gehört wie Leinsamen zu den Getreidearten mit nur geringem Wasserbindungsvermögen und gilt als "wasserunlösliches Quellmittel".
Bei Verdacht meiden Sie probeweise für 4 -12 Tage Weizenprodukte (Vollkornbrot, Müsli, Weizenkleie). Probieren Sie stattdessen andere Brotarten z.B. Roggen-, Dinkel- oder Haferbrot.
Milchzucker (Laktose)
Mindestens jeder fünfte Mensch in Mitteleuropa hat eine Milchzucker-Unverträglichkeit.
Lactose-Intoleranz: die Dünndarmschleimhaut bildet nicht oder zu wenig Fermente, um den Zweifachzucker 'Milchzucker" zu spalten. Der Milchzucker bleibt unge-spalten im Dünndarm. Somit kann er von der Dünndarmschleimhaut nicht auf-genommen werden und zieht Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Dünndarminnere. Die Dünndarmtätigkeit wird angeregt (Rumoren, Bauchschneiden, Durchfall). Im weiteren Verlauf gelangt der Milchzucker in den Dickdarm. Hier muss der nun ungespaltene Milchzucker von den im Dickdarm lebenden Bakterien unter Bildung von reichlich Darmgasen (aufgeblähter Bauch, Winde) verstoffwechselt werden.
Bei Verdacht meiden Sie für 4-12 Tage Milchprodukte mit hohem Milchzuckergehalt (z.B. Vollmilch, Joghurt, Milchspeiseeis). Evtl. erlaubt ist Joghurt mit lebenden Bakterienkulturen (selbstgemachter Joghurt, Bio-Joghurt). Denn Bakterien leben vom Milchzucker und produzieren selbst das Ferment zur Spaltung von Milchzucker. Die Zugabe von Fermenten (Lactase) hat nicht die Erwartungen erfüllt.
Nicht oder wesentlich weniger betroffen vom Ausschluss sind die anderen Milchprodukte wie z.B. Magermilch, Buttermilch, Kefir, Käse, Topfen, Butter.
Fruchtzucker (Fruktose)
Auch der Fruchtzucker ist ein Zweifachzucker. Die Fruchtzuckerunverträglichkeit (=Fruktose-Intoleranz) kommt oft zusammen mit der Milchzuckerunverträglichkeit vor.
Bei Verdacht meiden Sie probeweise für 4-12 Tage Produkte mit hohem Fruchtzuckergehalt wie z.B. Obst, Fruchtsäfte (insbesondere Apfelsaft).
Chem. Nahrungsmittelzusatzstoffe
Zuckerersatzstoffe (insbesondere Süßstoffe) können vom Menschen nicht gespalten und von der Darmschleimhaut nicht aufgenommen werden. Sie wirken in ähnlicher Weise wie Milchzucker.
Bei Verdacht meiden Sie Getränke/Speisen mit Zuckerersatzstoffen (= Süßstoffen) wie z.B. Saccharin (in Kaugummi sowie in industriell bearbeiteten und verpackten Produkten zum Zwecke der Haltbarmachung) und Lebensmittel mit Angaben wie z.B. "zuckerfrei", "Diät-", "kalorienreduziert“.
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